Der Luftsportring Aalen feierte mit diesem Tag sein 75-jähriges Bestehen.

Gefeiert wurde zusammen mit Fliegerfreunden aus Ellwangen, Heidenheim, Gerstetten, Giengen, Donzdorf und Neresheim, zusammen mit der Bevölkerung und den Weltmeisterschaftsteilnehmenden der Junioren Weltmeisterschaft.

Während die besten Nachwuchspilotinnen- und Piloten der Welt morgens um 10.00 Uhr im Briefing von Sportleiter Bernd Schmid ihre Tagesaufgaben erhielten, flogen bereits die ersten Gäste ein. Die ersten Zuschauer aus der gesamten Region kamen, um einen ganz besonderen Tag zu erleben, den es in dieser Form so noch nie gab. Die Organisatoren des Luftsportrings hatten sich einiges vorgenommen: Internationalen Spitzensport zusammen mit einem Flugevent zu kombinieren. Jedermann sollte eine ganz besondere Möglichkeit bekommen, um in die Welt des Luftsports und der Segelfliegerei einzutauchen. Thomas Mannal war dabei der Programmverantwortliche für die Flugshow. Der Luftsportring hatte die Ortschaftsräte und Vorsteher aller umliegenden Städte und Gemeinden eingeladen. Thomas Dammbacher von der Stadt Aalen übergab Wilhelm Weiser, dem Vorstandsvorsitzenden des Luftsportrings, die Jubiläumsgabe der Stadt Aalen.

Für die Gäste vor Ort gab es viel zu erleben und entdecken. Allein schon das WM-Geschehen mit dem öffentlichen Briefing und der Startaufstellung der 80 teilnehmenden Segelflugzeuge war ein optischer Leckerbissen. Vor dem Start der Segelflugzeuge bot Steffen Keppler aus Donzdorf mit seinem Pitts-Doppeldecker ein atemberaubendes Kunstflugprogramm. Aus Niederstetten landete der SAR-Hubschrauber der Bundeswehr. Dieser konnte besichtigt werden. Wer mochte bekam Einblicke in die Arbeit der Luftrettung.

Der Start des Teilnehmerfeldes war für viele Gäste eine Augenweide. Im Abstand von 45 Sekunden wurden die Segelflugzeuge an den Himmel geschleppt. Bernd Schmid und die WM-Crew hatten wieder eine Grandiose Vorbereitung gemacht. Alle Teilnehmenden konnten die Tagesaufgabe abschließen und landeten nach dem Zielüberflug und über 3 Stunden Flugzeit wieder vor den Augen der Gäste und Zuschauer. Rund um das Wettbewerbsgeschehen erwartete die Besucherinnen und Besucher ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm, das Technik, Spaß und Staunen miteinander verband. Höhepunkt war die feierliche Flugzeugtaufe von zwei Segelflugzeugen inklusive der symbolischer Taufflüge. Dabei wurde der neue Doppelsitzer des Luftsprings auf den Aalener Segelflieger und das Ehrenmitglied „Alfred Rainer“ getauft. Es ist das erste doppelsitzige Segelflugzeug mit einem hochmodernen elektrischen Antrieb als Hilfsmotor. Mit ihm kann der Pilot eine Außenlandung vermeiden und mit einer Reichweite von über 120 Kilometer sicher zu einem Flugplatz zurückkehren.

Der exakt 70 Jahre alte L-Spatz 55, das älteste ununterbrochen am Flugplatz in Elchingen stationierte Flugzeug überhaupt, bekam wieder seinen ursprünglichen Taufnahmen von 1956 „Schwabenliesel“. Ein echtes Renovatio baptismi. Zur Taufe des L-Spatzes hat Michael Kost ein Buch veröffentlicht, in welchem der einzigartige Lebenslauf und die Geschichte dieses Segelflugzeuges reich bebildert dokumentiert ist. Viele ehemalige Piloten, die ihre ersten Streckenflüge in den sechziger Jahren mit diesem L-Spatz absolviert hatten, kamen extra deswegen nach Elchingen. Für die kleinsten Besucherinnen und Besucher gab es einen Malwettbewerb, betreutes Papierfliegerbasteln und für Jedermann die Möglichkeit in einem Segelflug Simulator zu fliegen.

Ein Abend voller Highlights

In der Abenddämmerung verwandelte sich der Flugplatz Elchingen in eine Bühne für ein unvergessliches Schauspiel aus Licht und Feuer. Der Donzdorfer Oliver Patek flog mit dem Segelkunstflugzeug B-4 in der Abenddämmerung mit Pyrotechnik leuchtende Figuren am Nachthimmel. Der Höhepunkt des Abends war dann aber das Ballonglühen der zwei Ballone des BSC-Hellenstein aus Heidenheim. Das Ballonglühen mit stimmungsvoller Musik war der Höhepunkt der 75-Jahr-Feier des Luftsportrings. Immer wieder brandete Zwischenapplaus auf.

Ein würdiger Abschluss des Tages des Luftsports in Elchingen.

Der Luftsportring Aalen wurde am 6. Januar 1951 gegründet. Damals noch als Fliegergruppe Aalen-Unterkochen. Am 7. März 1954 startete dann das erste Segelflugzeug in Elchingen. Erst im Jahr 1956 wurde er in Luftsportring Aalen umbenannt. In den sechziger Jahren trat dann die Fliegerguppe Königsbronn-Oberkochen dem Luftsportring bei. Sie flogen von Anbeginn auch in Elchingen. Der Luftsportring hat heute fast 600 Mitglieder und ist der größte Flug- und Luftsportverein Süddeutschlands.

Der Luftsportring ist ein Verein für die gesamte Ostalb.

Michael Kost