Mit vielen Gästen, Zuschauern und rund 350 geladenen Gästen hat der Baden-Württembergische Luftfahrtverband e.V. (BWLV) am Samstag, 27. Juni 2026, sein 100-jähriges Bestehen am Landeplatz Hahnweide gefeiert. Zahlreiche Flugvorführungen unterhielten trotz großer Hitze die Besucher.

Zusätzlich zu den Vorführungen gab es auch noch zwei anspruchsvolle Flugwettbewerbe. Für motorgetriebene Flugzeuge wurde ein Präzisions-Navigations-Flug ausgeschrieben. Startplatz war Aalen-Elchingen. Grund genug, dass auch Aalener Piloten des Luftsportrings Aalen diese Möglichkeit nutzten, um ihr fliegerisches Können unter Beweis zu stellen. Der Präzisionsflug gilt als die hohe Kunst des genauen Fliegens. Die Besatzungen mussten eine Flugroute von etwa 60 bis 100 Nautischen Meilen (NM) strikt anhand einer vorgegebenen Strecke abfliegen. Dabei ist sekundengenaues Zeitmanagement gefragt. Jede Abweichung von der vorgegebenen Zeit an den Wegpunkten führt zu Strafpunkte-Sekunden. Entlang der Route müssen kleine Objekte am Boden anhand von Fotos oder Markierungen aufgespürt und identifiziert werden.

Thomas Mannal zusammen mit Jonas Schneider haben diesen Wettbewerb gewonnen. Die beiden Piloten waren aber nicht die einzige Mannschaft des LSR Aalen, welche gezeigt haben, wie hoch das Ausbildungsniveau des Luftsportrings ist. Markus Voigt mit Max Waggershauser belegten den Dritten Platz.

Auch für die Segelflug-Piloten wurde ein Wettbewerb zum Jubiläum des Verbandes ausgeschrieben. Ein Grand-Prix, er ist die Königsklasse des motorlosen Wettbewerbsfliegens. Anders als beim Streckenflug starten alle Piloten gleichzeitig, und der Erste im Ziel gewinnt. Geflogen wird eine Aufgabe von rund 300 Kilometern. Extrem schnelle und taktisch spannende Rennen sind dabei immer garantiert. Der BWLV hat zu diesem Grand Prix das „Who is Who“ BWLV-Masters 2026“. Welt- und Europameister waren mit ihren Co-Piloten am Start. Vom Luftsportring der zweifache Europameister Erwin Ziegler mit Co-Pilot Michael Kost und der ebenfalls mehrfache Europameister Markus Frank, der zusammen mit Kartin Senne, ebenfalls mehrfache WM-Teilnehmerin aus Aidlingen, flog.

Die Strecke führte von Kirchheim/Teck über Bad-Urach nach Dollnstein. Von da zum großen Brombachsee und wieder zurück zur Hahnweide nach Kirchheim. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 120km/h wurde die Besatzung Ziegler/Kost vierte, Markus Frank und Kartin Senne wurde sechste. Insgesamt flogen 14 WM- und EM Teilnehmer mit. Uli Schwenk aus Münsingen steuerte das größte Segelflugzeug der Welt, die ETA. Die Zuschauer konnten dieses spannende Rennen am Himmel hautnah auf einer Großbildleinwand miterleben. Als Sportleiter für diesen außerordentlichen Grand Prix fungierte Bernd Schmid.

Der BWLV, der als Luftsport-Verband, Dachorganisation, Ausbildungspartner, Dienstleister und Ansprechpartner in allen Fragen rund um den Luftsport für rund 180 Mitgliedsvereine mit zusammen etwa 11.000 Luftsportlerinnen und Luftsportlern in ganz Baden-Württemberg ist, hatte ein anspruchsvolles Flug- und Fallschirmsprung-Programm zusammengestellt. So wurde der Luftsport in all seinen Facetten gezeigt: Segelflug, Motorsegelflug, Motorflug, Ultraleichtflug, Kunstflug, Modellflug, Ballonfahren und Fallschirmspringen waren gleichermaßen vertreten.

BWLV-Präsident Matthias Seehuber rundete schließlich noch mit einer Rückschau auf die Verbandsgeschichte aus den vergangenen 100 Jahren die Feier ab. „Luftsport ist Teamsport, er ist nur als Mannschaftsleistung möglich“, so Seehuber. Gleichzeitig sei der Luftsport ein Motor der Innovation: er habe viele Entwicklungen hervorgebracht, die in zahlreichen Industriezweigen heute zum Einsatz kommen. „Der Luftsport passt zu Baden-Württemberg, dem Land der Tüftler und Denker“ sagte Seehuber. Diese Feier hat eindrucksvoll gezeigt: Der Luftsport lebt!

Michael Kost
Presse und Öffentlichkeitsarbeit